Spektrum: Paar- und Familientherapie
Paar- und Familientherapie ist ein psychotherapeutischer Ansatz mit dem Ziel, Interaktionen zwischen einem Paar, in einer Familie oder in einer erweiterten Familie zu verändern und dadurch Probleme des Paares, einzelner Familienmitglieder oder der Gesamtfamilie zu lindern. Paar- und Familientherapie kann bei einem breiten Spektrum psychischer, psychosomatischer und somatischer Störungen angewandt und ebenso in verschiedenen Varianten durchgeführt werden.
Die Hauptformen sind paartherapeutisches Setting und familientherapeutisches Setting mit allen oder einem Teil der Familie, auch als Mehrgenerationengespräch. Die pragmatische Regel, die besagt, dass alle an der Behandlung teilnehmen sollen, die aktuell zusammen leben, ist der Lebenswirklichkeit der Patienten angemessener. Es ist sinnvoll, mit denjenigen Teilen der Familie zu arbeiten, die an einem bestimmten Problem, Konflikt oder Thema arbeiten möchten und die davon direkt betroffen sind oder zur Lösung beitragen können. Andere Familienmitglieder können im Hintergrund bleiben. Die vielschichtigen Perspektivwechsel während einer Behandlung stellen hohe Anforderungen an die Therapeuten, wenn in solchen Gesprächskonstellationen Missverständnisse, negative Fantasien, projektive Prozesse und Spaltungen entstehen, die sich ungünstig auf die Behandlung auswirken.
Das Therapeutenverhalten in der Paar- und Familientherapie sollte von einer multiperspektivischen Betrachtung der Probleme und einer beziehungsökologischen Haltung geprägt sein. Besonders in der Paar- und Familientherapie ist der Behandlungsprozess von der Entwicklung der Beziehung zwischen Therapeuten und Familienmitgliedern geprägt. Paar- und Familientherapie ist ein wichtiger Bereich der allgemeinen Psychotherapie. Jeder moderne Therapeut ist heutzutage in den grundlegenden Aspekten der Paar- und Familientherapie fortgebildet.